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Wir bilden aus, Wir bilden fort:

Menschlich, Kompetent und Praxisnah

Jugend- und Heimerzieher/in

Warum Jugend- und Heimerziehung?

Jugend- und Heimerzieher/innen übernehmen selbständig und eigenverantwortlich je nach Tätigkeitsbereich Erziehungs-, Bildungs-, Förder-, Rehabilitations-, Betreuungs- und Verwaltungsaufgaben.

Unsere Schwerpunkte in der Ausbildung folgen dem Bedarf der Praxis und liegen in Medienpädagogik, Gesprächsführung und Anti-Gewalt-Training.

Die Ausbildung ist zertifiziert nach AZAV!

Jugend- und Heimerzieher/in

Voraussetzung:

Realschulabschluss oder Fachschulreife

Dauer:

drei Jahre

Erzieher/innen mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung arbeiten in allen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und außerschulischen Bildung junger Menschen. Sie begleiten, fördern und unterstützen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in familienunterstützenden, familienergänzenden und familienersetzenden Einrichtungen.

Unseren aktuellen Flyer zur AusbildungJugend- und Heimerieher/in finden Sie hier.

1Berufsbild

Erzieher/innen mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung arbeiten in allen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und außerschulischen Bildung junger Menschen. Sie begleiten, fördern und unterstützen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene  in familienunterstützenden, familienergänzenden und familienersetzenden Einrichtungen.

Ziel ihres Handelns ist es, junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung zu fördern und dazu beizutragen, dass Benachteiligungen vermieden oder gar abgebaut werden. Die Eigenverantwortung und das Selbstvertrauen der Jugendlichen wird gestärkt und die Entwicklung von Lernbereitschaft, Urteilsvermögen und Entscheidungsfähigkeit ausgebildet. Die Erzieher/innen mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung arbeiten hierbei auch mit den Eltern und anderen Erziehungsberechtigten unterstützend und beratend zusammen.

Grundlage jeder erzieherischen Arbeit ist eine pädagogische Analyse, Planung und Reflexion des pädagogischen Handelns. So wirken Erzieher/innen bei Hilfeplangesprächen mit und erstellen für ihren Zuständigkeitsbereich Tages-, Wochen- und Jahrespläne. Diese richten sie neben ihren weiterführenden pädagogischen Zielen und den Bedürfnissen der von ihnen Betreuten vor allem an dem beobachteten Verhalten aus. Sie berücksichtigen dabei Gesichtspunkte wie Motivation, Kenntnisse, Lernfortschritte und Sozialverhalten. Die Aktivitäten werden oft in multiprofessionellen Teams besprochen, oft mit den Jugendlichen zusammen vorbereitet, praktisch durchgeführt und reflektiert.

Zur Förderung der geistig-seelischen wie der körperlichen Entwicklung der von ihnen Betreuten beteiligen sich Erzieher/innen auch an der Aktivierung ihrer musischen und gestalterischen Fähigkeiten. Zu ihrem pädagogischen "Handwerkszeug" gehören Spiel, Sport, Erlebnispädagogik, kreatives Gestalten/Werken und Theater ebenso wie die Gestaltung von Ausflügen und Festen, Gespräche und Konfliktbearbeitungsstrategien. Sie regen zu Freizeitbeschäftigungen an, organisieren Ferienaufenthalte, halten Kontakt zu Schulen und Ausbildungsbetrieben und begleiten ihre Schützlinge bei Arztbesuchen und zu Behörden. Erzieher/innen arbeiten so eng als möglich mit den Eltern zusammen, ferner mit Schulen und Ämtern, zum Beispiel dem Jugendamt. Ihre Beobachtungen und pädagogischen Analysen dokumentieren Erzieher/innen sorgfältig in Gruppen- oder Erziehungsberichten.

2Arbeitsfelder

Jugend- und Heimerzieher/innen arbeiten in der ambulanten und stationären Jugendhilfe, der offenen Kinder- und Jugendarbeit, in Tagesgruppen, in erlebnispädagogischen Projekten, in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, in der Behindertenhilfe und weiteren Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe.

3Zugangsvoraussetzungen

  • Realschulabschluss oder Fachschulreife oder ein gleichwertiger Bildungsstand und
  • mindestens eine einjährige geeignete, praktische Tätigkeit – angeleitet durch eine Fachkraft für Erziehung. Eine Verkürzung ist in bestimmten Fällen möglich.
  • Bei Blockunterricht: Ausbildungsvertrag mit einer Einrichtung mit einem Tätigkeitsbereich der stationären oder ambulanten Jugendhilfe, Jugendwohngruppen oder in Inklusionseinrichtungen.

Bei der Suche nach Praxisstellen unterstützen wir Sie gerne. Praxisstellen im Umkreis von bis zu 130 km werden ohne zusätzliche Kosten für Praxisproben betreut. Aber auch darüber hinaus sind Praktika möglich.

4Ausbildungsverlauf

Ausbildungsbeginn ist jeweils im September eines Jahres. Die Ausbildung dauert drei Jahre und umfasst theoretische und praktische Anteile. Sie kann an den Paritätischen Schulen in verschiedenen Formen durchgeführt werden:

  • Vollzeitunterricht: Zwei Jahre Theorie an der Schule mit jeweils dreimonatigem Praktikum pro Jahr gefolgt von einem Jahr Berufspraktikum in einer geeigneten Einrichtung.
  • Blockunterricht (duales System): Drei Jahre Ausbildung im Wechsel von Schule und Praxisstelle in Form von Blockwochen. In diesem Fall benötigt man von Ausbildungsbeginn an eine anerkannte Einrichtung zur Praxisausbildung. Beim Vollzeitmodell genügt dies im 3. Ausbildungsjahr.

Die Ausbildung endet mit praktischen, schriftlichen und mündlichen Prüfungen. Beim Vollzeitmodell wird ein Teil der Prüfungen bereits nach dem 2. Ausbildungsjahr gemacht. Nach Ende der Ausbildung kann der/die Teilnehmer/in die staatliche Anerkennung beantragen.

5Inhalte der Ausbildung

Die theoretische Ausbildung besteht aus den Lernbereichen:

  • Pädagogik und Sozialarbeitswissenschaft
  • Soziologie und Psychologie
  • Didaktik und Methodik
  • Rechts- und Berufskunde
  • Betriebswirtschaft
  • Umwelt- und Gesundheitserziehung
  • Ethik
  • Medienpädagogik
  • Deutsch
  • Gemeinschaftskunde
  • Musisch-kreative Gestaltung Kunsterziehung, Musik-, Spiel- und Theaterpädagogik

Schwerpunkte legen die Paritätischen Schulen auf Gesprächsführung, Anti-Gewalt-Training und Medienpädagogik.

Der praktische Teil der Ausbildung erfolgt in der stationären und ambulanten Jugendhilfe, Jugendwohngruppen und in Inklusionseinrichtungen. Der fachpraktische Unterricht am Ausbildungsplatz wird ergänzt durch zwei Außeneinsätze mit anderen Tätigkeitsschwerpunkten.

6Kosten und Ausbildungsvergütungen

Vollzeitunterricht: 24 Monate
Schulgeld a 195,-€
Verdienst in der Regel in einer Einrichtung ab dem 3.Ausbildungsjahr je nach Tarif ca. 1500 € brutto.

Blockunterricht: 36 Monate
Schulgeld a 130,-€
in der Regel wird eine Ausbildungsvergütung ab dem 1. Ausbildungsjahr von der Einrichtung gezahlt. Sie liegt bei brutto ca. 900-1000 €.

Dazu kommen für beide Varianten eine Anmeldegebühr 180,-€; Prüfungsgebühr 160,- €. Finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten bei der Finanzierung der Ausbildung finden Sie in unserem Unterpunkt Fördermöglichkeiten.

7Standorte

Der Unterricht des Vollzeitkurses erfolgt bis auf 4 bis 6 Blockwochen in Hausach am Standort Offenburg. Praxisstellen im Umkreis von bis zu 130 km werden ohne zusätzliche Kosten für Praxisproben betreut. Aber auch darüber hinaus sind Praktika möglich.

8Bewerbungsverfahren

Für die Bewerbung benötigt die Schule schriftliche Bewerbungsunterlagen. Ihre Bewerbung richten Sie bitte an:

Paritätische Schulen für soziale Berufe gGmbH
Inselstr. 30
77756 Hausach.

Danach werden Sie zu einem persönlichen Gespräch, das dem Kennenlernen und der Klärung von Fragen dient, eingeladen.

Folgende Unterlagen fügen Sie bitte dem Bewerbungsschreiben bei: (Zum Bewerbungszeitpunkt fehlende Unterlagen sollten baldmöglich – insbesondere vor Ausbildungsbeginn - nachgereicht werden.)

  • Unterschriebener tabellarischer Lebenslauf
  • Schulabschlusszeugnisse, amtlich beglaubigt
  • Nachweis einer von einer Fachkraft angeleiteten einjährigen praktischen Tätigkeit
  • Geburts- und sonstige Urkunden zu Namensänderungen im Original
  • Bei Blockunterricht: Ausbildungsvertrag mit einer Einrichtung  für praktische Ausbildung
  • Passbild für Schülerausweis

Zum Ausbildungsbeginn nicht älter als drei Monate:

  • ärztliches Attest - mit Stempel und Zulassungsnummer - im Original nach dem downloadbaren Formular
  • erweitertes polizeiliches Führungszeugnis im Original

Parallel zum Bewerbungsverfahren an der Schule können Sie die für Sie passende Praxisstelle suchen. Bei der Praxisplatzsuche unterstützt Sie die Schule gerne.

Die Anerkennung ausländischer Schulabschlüsse beantragen Sie bitte beim Regierungspräsidium Stuttgart.

9Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten

Der Verdienst als ausgebildete Fachkraft beginnt je nach Tarif für eine Vollzeitkraft ohne Schicht- und Wochenenddienst bei brutto ca. 2.300,- € und steigt rasch an. Jugend- und Heimerzieher/innen können sich mit speziellen Fortbildungen fachlich weiterentwickeln. Im Bereich Management / Führung und im therapeutischen Bereich sind Qualifizierungen möglich. Falls eine Hochschulzugangsberechtigung vorliegt, kannst Du nach einem Studium auch im Bereich der Wissenschaft tätig werden. Informationen zu Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten erhältst Du auch bei unserem Gesellschafter Landesverband Baden Württemberg der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung e.V. und Paritätisches Bildungswerk Landesverband BW sowie unter Fort- und Weiterbildung.

10Schulfremdenprüfung

Diese Prüfung setzt nicht die gesamte Ausbildung voraus. Sie  ist möglich bei langjähriger Tätigkeit in der Jugendhilfe. Neben den Zugangsvoraussetzungen, wie sie für die vollständige Ausbildung gelten, muss der Wohnsitz in Baden-Württemberg sein.  Der Einzelfall wird jeweils geprüft und von Schule und Regierungspräsidium entschieden. Die Schulfremdenprüfung unterscheidet sich zur Gesamtausbildung in folgenden Punkten:

  • Vorbereitung: Die theoretische Vorbereitungszeit ist variabel. Die Prüfungszeit liegt im Juli/August.
  • Praktischer Unterricht: Bis zur Prüfung müssen mindestens eine einjährige Vollzeit- und dann mindestens 1.600 Stunden umfassende geeignete, praktische Tätigkeit – angeleitet durch eine Fachkraft für Erziehung nachgewiesen werden.
  • Bewerbung:  Zusätzlich zu den für die Ausbildung geforderten Unterlagen sind der Nachweis der Stunden praktischer Tätigkeit und eine Erklärung, ob und ggf. mit welchem Ergebnis bereits an einer entsprechenden Abschlussprüfung teilgenommen wurde, der Bewerbung beizufügen.
  • Abschlussprüfung: Die Prüfung fällt umfangreicher aus als in der regulären Ausbildung. Das heißt, dass in allen Lernbereichen eine Prüfungsleistung zu erbringen ist.
  • Kosten und Gebühren: Da kein Status als Schüler vorliegt, fehlt die staatliche Förderung. Daher sind für den Prüfling Anmeldegebühr 360,-€, Vorbereitungsgebühr 130,-€ pro Monat und Prüfungsgebühr 520,-€ zu bezahlen.